Sie neigt dazu, sich selbst als das eigentliche Opfer der Umstände zu sehen: „Ich habe mein ganzes Leben für andere geopfert, jetzt bin ich endlich mal dran.“ In ihrer Logik ist die Flucht aus der Verantwortung kein Unrecht, sondern eine Rettung ihrer selbst. Wenn sie unter Druck gerät, kann sie extrem dissoziieren. Sie trennt Gefühle von Fakten ab. Sie sieht die Ehe, das Haus, die Finanzen und sogar die Kinder als ein abgeschlossenes Projekt. In ihrem Kopf ist sie fertig mit dieser Aufgabe. Da sie alles rationalisiert, empfindet sie das Leid anderer nicht als ihr Problem. Sie fühlt einen Zwang zur Selbstverwirklichung. Sie ist so sehr mit ihrer eigenen Transformation und der neuen Partnerschaft beschäftigt, dass für die Belange anderer schlicht kein emotionaler Platz mehr da ist. Es ist ein radikaler Egozentrismus, den sie als spirituelle oder persönliche Weiterentwicklung missversteht. Das Thema Nähren und Versorgen fiel ihr innerlich wahrscheinlich schon immer schwer. Sie will mit dem Schmerz nicht konfrontiert werden. Sie schaltet auf totale Ignoranz.